Deutscher Verband für Angewandte Geographie e.V.

Klimakrisen-Tagebuch

Klimakrisen-Tagebuch #4

Vor­trags– und Dis­kus­si­ons­abend zum The­ma “Loss and Dama­ge – und wir?”

Es war ein Bild, das man in Erin­ne­rung hält: Har­jeet Singh, ein Sikh mit Tur­ban, am Lesungs­pult der evan­ge­li­schen Ver­söh­nungs­kir­che in Bonn-Beu­el. Der Arbeits­kreis Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit des DVAG hat­te ihn anläss­lich der „Bonn Cli­ma­te Con­fe­rence – June 2024“ am 10.6.2024 zu einem Dis­kus­si­ons­abend zum The­ma “Loss and Dama­ge – und wir?” ein­ge­la­den; unter „Loss and Dama­ge“ ver­steht man in der inter­na­tio­na­len Kli­ma­po­li­tik die Ver­lus­te und Schä­den, die durch die Kli­ma­kri­se im glo­ba­len Süden entstehen.

© Manue­la Vosen

Har­jeet Singh aus Uttar Pra­desh, Nord­in­di­en.
Wir dan­ken der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Beu­el für die Ver­söh­nungs­kir­che als Vor­trags- und Dis­kus­si­ons­ort mit ihm über inter­na­tio­na­le Klimagerechtigkeit. 

Begrü­ßung und Vor­stel­lung des Referenten

Caro­lin Wicke begrüß­te den Refe­ren­ten und die Teil­neh­men­den; Diet­mar Mir­kes führ­te ins The­ma ein und stell­te ihn vor. Har­jeet Singh, Glo­bal Enga­ge­ment Direc­tor der Fos­sil Fuel Non-Pro­li­fe­ra­ti­on Trea­ty Initia­ti­ve und vor­ma­li­ger Lei­ter der poli­ti­schen Stra­te­gie bei CAN-Inter­na­tio­nal, dem glo­ba­len Dach­ver­band von Umwelt- und Ent­wick­lungs­in­itia­ti­ven, stammt aus dem nord­in­di­schen Bun­des­staat Uttar Pra­desh und lebt in Delhi; er hat einen Mas­ter in Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on und ein Post-Gra­dua­te Diplom in Public Rela­ti­ons. Fast zwei Jahr­zehn­te arbei­te­te er bei der NGO Action Aid in den Fel­dern Emer­gen­cy Respon­se, Resi­li­en­ce buil­ding und Kli­ma­po­li­tik, unter ande­rem als Pro­jekt­lei­ter im Tsu­na­mi Respon­se Pro­gram auf den Anda­ma­nen- und Nico­ba­ren-Inseln; auf­grund die­ser Erfah­run­gen und sei­nem dar­aus ent­sprun­ge­nen Enga­ge­ment wur­de er zu einem der bekann­tes­ten Akti­vis­ten für glo­ba­le Klimagerechtigkeit. 

Vor­trag von Har­jeet Singh

Har­jeet Singh schil­der­te zunächst den lang­wie­ri­gen Pro­zess, wie Loss and Dama­ge auf die Tages­ord­nung der glo­ba­len Kli­ma­po­li­tik kam: Bereits 1990 von AOSIS, der Alli­anz der klei­nen Insel- und Küs­ten­staa­ten, the­ma­ti­siert, tauch­te das The­ma aber erst 2007 in Bali auf dem drei­zehn­ten Kli­ma­gip­fel (COP13) zum ers­ten Mal auf. Erst sechs Jah­re spä­ter, auf der COP19 in War­schau 2013, wur­de eine for­ma­le Struk­tur beschlos­sen, der War­saw Inter­na­tio­nal Mecha­nism for Loss and Dama­ge, und es ver­gin­gen wei­te­re acht Jah­re mit Über­schwem­mun­gen, Hur­ri­kans und Wald­brän­den, bis sich 2021, auf der COP26 zu Glas­gow, als ers­ter (Teil-)Staat Schott­land ver­pflich­te­te, 2 Mil­lio­nen Pfund dazu zur Ver­fü­gung zu stel­len. Einen Durch­bruch brach­te das Jahr 2022 mit der rie­si­gen Flut in Paki­stan, die über 1500 Men­schen das Leben kos­te­te, und dem Zufall, dass gleich­zei­tig Paki­stan den Vor­sitz in der Grup­pe der G77+China hat­te. Unter dem Druck die­ser Staa­ten­grup­pe sowie der AOSIS, der LDCs (der am wenigs­ten ent­wi­ckel­ten Staa­ten) und der glo­ba­len Zivil­ge­sell­schaft beschloss die COP27 im Novem­ber 2022, einen Fonds für die Schä­den und Ver­lus­te ein­zu­rich­ten. Auf der COP28 2023 in Dubai ver­spra­chen die Indus­trie­län­der über 700 Mil­lio­nen $ für den Fonds und einen Abbau (pha­se-down) der fos­si­len Energien.

Nur schö­ne Wor­te statt Zusa­gen mit gerech­ter Verteilung

Har­jeet Singh mach­te kei­nen Hehl dar­aus, wie sehr ihn die Hin­hal­te­tak­ti­ken und die Schein­hei­lig­keit der Indus­trie­län­der ent­täu­schen, die vie­le schö­ne Wor­te auf den Welt­kli­ma­kon­fe­ren­zen machen, aber dann zuhau­se wei­ter die fos­si­len Ener­gien aus­bau­en, einen Groß­teil Zusa­gen nur als Kre­di­te geben oder ein­fach Mit­tel, die für Reduk­ti­on oder Anpas­sung vor­ge­se­hen waren, umschich­ten. Die Mit­tel müss­ten mehr, neu und zusätz­lich sein. Die Ver­lus­te und Schä­den lägen mitt­ler­wei­le bei um die 300 – 400 Mil­li­ar­den $ jähr­lich, da reich­ten kei­ne Beträ­ge in Millionengröße.

Im Dia­log mit den Teilnehmenden

Es begann eine leb­haf­te Debat­te zum man­geln­den Pro­blem­be­wusst­sein in der Bevöl­ke­rung hier und der Not­wen­dig­keit von mehr Bil­dungs- und Öffent­lich­keits­ar­beit und wie­viel, denn von den ver­spro­che­nen Gel­dern tat­säch­lich schon aus­ge­zahlt wur­den. Har­jeet Singh sag­te, dass bei den bis­he­ri­gen Kata­stro­phen die Län­der den Groß­teil der Kos­ten selbst auf­ge­bracht haben – zum Bei­spiel in den Sundarbans im Gan­ges­del­ta – oder sich um ihre inlän­di­schen Kli­ma­f­lücht­lin­ge selbst geküm­mert haben, was sie aber in ihrer Ent­wick­lung immer wie­der zurück­wirft. Es sei die recht­li­che Ver­pflich­tung der Indus­trie­län­der, für die Schä­den, die sie zu ver­ant­wor­ten haben, auch auf­zu­kom­men. Das Geld sei da, zum Bei­spiel in Form von Sub­si­di­en für die fos­si­le Indus­trie, für Waf­fen, es gebe die Mög­lich­keit, neue Steu­ern zu erhe­ben, zum Bei­spiel auf Finanz­trans­ak­tio­nen, im Flug- und Schiffs­ver­kehr oder eine direk­te „Cli­ma­te Dama­ge Tax“ auf jede geför­der­te Ton­ne Koh­le, jedes Bar­rel Erd­öl und jeden Kubik­me­ter Erd­gas. Es feh­le nur der poli­ti­sche Wil­le. Deutsch­land habe bei­spiels­wei­se bis­her 100 Mil­lio­nen Dol­lar für den Fonds in Aus­sicht gestellt, wäh­rend zum Ver­gleich der Fonds zum Wie­der­auf­bau des Ahr­tals mit 30 Mil­li­ar­den Euro aus­ge­stat­tet wurde.

Fazit

Das Ziel, den Loss and Dama­ge-Pro­zess ver­ständ­li­cher zu machen, wur­de dank der Kom­pe­tenz des Refe­ren­ten und den vie­len inter­es­sier­ten Fra­gen der Teil­neh­men­den erreicht. Der Abend ende­te mit einem Auf­ruf an die Bür­ger­schaft im glo­ba­len Nor­den, ihre natio­na­len Regie­run­gen zum Han­deln auf­zu­for­dern, damit sie ihrer his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung für die Kli­ma­kri­se gerecht wer­den. Der Arbeits­kreis wird dar­an wei­ter­ar­bei­ten und trifft sich am 1. Juli um 18.30 Uhr digi­tal wie­der und ist offen für alle, die mit­ma­chen möchten.


Klimakrisen-Tagebuch #3

Kli­ma­kon­fe­renz (COP28) in Dubai

So hoff­nungs­voll, wie die COP28 mit den Zusa­gen von Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten für den Loss and Dama­ge Fonds star­te­te, so ent­täu­schend ende­te sie. Sym­bo­lisch für die Kräf­te­ver­hält­nis­se in Dubai war, dass Sul­tan Ahmed Al Jaber, der Sit­zungs­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer (CEO) des staats­ei­ge­nen Ölkon­zerns der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te ADNOC, nicht ein paar Minu­ten abwar­te­te, bis die Dele­gier­ten von AOSIS, der Alli­anz der 39 klei­nen Insel und Küs­ten­staa­ten, im Ple­num waren, son­dern mit einem schnel­len Ham­mer­schlag das Abschluss­do­ku­ment abseg­ne­te. Anne Ras­mus­sen, Ver­hand­lungs­lei­te­rin der AOSIS und Umwelt­mi­nis­te­rin von Samoa, nahm in ihrer anschlie­ßen­den Wort­mel­dung zahl­rei­che Pas­sa­gen des Tex­tes aus­ein­an­der und brach­te ihre Kri­tik auf den Punkt: „Es reicht nicht aus, dass wir uns auf die Wis­sen­schaft beru­fen und dann Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, wel­che igno­rie­ren, was die Wis­sen­schaft uns sagt, was zu tun ist.“ Sie ern­te­te minu­ten­lan­gen ste­hen­den Applaus.

Die Ver­tre­ter der Indus­trie­staa­ten und auch Deutsch­lands hin­ge­gen lob­ten durch­weg das Ergeb­nis der COP28 als „Beginn des Endes des fos­si­len Zeit­al­ters“ und „Sieg des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus“. Sie ver­wei­sen dabei auf die Zie­le: Ver­drei­fa­chung der Erneu­er­ba­ren Ener­gien und Ver­dop­pe­lung der jähr­li­chen Raten der Ener­gie­ef­fi­zi­enz bis 2030.

Aber in vie­len Staa­ten des Glo­ba­len Südens und der glo­ba­len Zivil­ge­sell­schaft über­wiegt nach vie­len nicht ein­ge­hal­te­nen Ver­spre­chen die Skep­sis, zumal die Beschlüs­se zum Aus­stieg viel zu vage und vol­ler Schlupf­lö­cher sind. Sie befürch­ten, dass die Ver­drei­fa­chung der Erneu­er­ba­ren Ener­gien zu einem neu­en „Car­bon Colonialism“,einer ver­stärk­ten Aus­beu­tung der Roh­stof­fe des Glo­ba­len Südens, füh­ren wird, dass das neue Zau­ber­wort „Kli­ma­neu­tra­li­tät“ den frei­wil­li­gen Markt für Kom­pen­sa­ti­ons­pro­jek­te und in deren Fol­ge Land­grab­bing noch stär­ker vor­an­treibt und dass die neu­en Tech­no­lo­gie­pro­jek­te der Abschei­dung und Spei­che­rung von Koh­len­stoff nicht hal­ten, was sie ver­spre­chen, son­dern die fos­si­le Ära sogar ver­län­gern. Eine Spre­che­rin aus Ecua­dor beklag­te auf einer Pres­se­kon­fe­renz, zwar habe die Bevöl­ke­rung gegen Ölför­de­rung im Natio­nal­park Yasuní gestimmt, aber es feh­le Ecua­dor, wie so vie­len ande­ren ärme­ren Ölstaa­ten, das nöti­ge Geld für den Ersatz der fos­si­len Ener­gien durch die Erneu­er­ba­ren. Posi­tiv ist, dass vie­le Indus­trie­staa­ten auf dem Kli­ma­gip­fel wei­te­re rund 787 Mil­lio­nen Dol­lar für Schä­den und Ver­lus­te zuge­sagt haben,  aber dies ent­spricht lei­der nicht ein­mal 0,3 Pro­zent der geschätz­ten glo­ba­len Ver­lus­te und Schä­den in Höhe von rund 300 Mil­li­ar­den Dol­lar pro Jahr. Hier kann es nicht wei­ter um frei­wil­li­ge mil­de Gaben der Haupt­ver­ur­sa­cher der Kli­ma­kri­se gehen, son­dern um drin­gend not­wen­di­ge ver­bind­li­che Erstat­tun­gen von Schä­den und Verlusten.

Das Ziel der Ver­drei­fa­chen der Erneu­er­ba­ren Ener­gien bis 2030 wird nicht durch ein zeit­glei­ches Ziel für den Aus­stieg aus den fos­si­len Ener­gien ergänzt. Zudem soll sich der Aus­stieg aus den Sub­ven­tio­nen für fos­si­le Ener­gien nur auf “Inef­fi­zi­en­te” Sub­ven­tio­nen bezie­hen. Mit ande­ren Wor­ten: hier wur­den güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen zum wei­te­ren Wachs­tum der Ener­gie­bran­che getroffen.

Es bleibt noch viel zu tun, um die Ergeb­nis­se von Dubai in rea­len Kli­ma­schutz umzusetzen.

Klimakrisen-Tagebuch #2

Ers­te Ein­drü­cke zur 28. UN-Kli­ma­kon­fe­renz (COP 28) aus Dubai

Der 28. Kli­ma­gip­fel am 30.11.23 in Dubai begann gut: der Loss & Dama­ge-Fonds wur­de ange­nom­men und meh­re­re Staa­ten sag­ten Mit­tel für ihn zu – als ers­te Deutsch­land und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te jeweils 100 Mio $, dann Groß­bri­tan­ni­en 60 Mio Pfund, die EU 125 Mio € (zusätz­lich zu den deut­schen 100 Mio. €), Japan 10 Mio $ und die USA 17,5 Mio $ sowie 4,5 Mio $ für die Paci­fic resi­li­en­ce faci­li­ty und 2,5 Mio. $ für das Sant­ia­go Net­work. Damit kann der Fonds star­ten, aller­dings lie­gen die jähr­li­chen Schä­den um die 300 Milliarden $:

In Euro­pa erleb­ten wir 2023 Dür­ren und Wald­brän­de im Mit­tel­meer­raum sowie Flu­ten in Slo­we­ni­en und Mit­tel­ita­li­en. Doch vie­le Kli­ma­ka­ta­stro­phen wer­den von den Medi­en über­se­hen: So betref­fen die der­zei­ti­gen Flu­ten in Ost­afri­ka Län­der wie Soma­lia ohne Zivil­schutz für die Bevöl­ke­rung; es gibt Schä­den an ohne­hin durch den Krieg weit­ge­hend zer­stör­ter Infra­struk­tur und in Flücht­lings­la­gern wie das welt­größ­te in Dadaab/ Kenia mit 300.000 Zeltbewohner*innen. Kolleg*innen aus Nord­tan­sa­nia berich­ten der­zeit von Über­flu­tun­gen infol­ge von Stark­re­ge­n­er­eig­nis­sen, die die Aus­saa­ten ver­nich­ten und zu Ern­te­aus­fäl­len füh­ren. Und dies noch nicht genug, lös­ten doch die­se Stark­re­gen nach dem Aus­fall von zahl­rei­chen Regen­zei­ten seit Jahr­zehn­ten in der Regi­on Ost­afri­ka Erd­rut­schun­gen am Mount Hanang mit vie­len Geschä­dig­ten aus.

Die hie­si­gen Medi­en infor­mier­ten zwar über die Flut­ka­ta­stro­phe in Liby­en mit fünf­stel­li­gen Opfer­zah­len vor zwei Mona­ten, aber kaum über die Situa­ti­on und den Wie­der­auf­bau danach. Eine Recher­che­rei­se unse­res Kol­le­gen Andre­as Spaeth offen­bar­te ihm vor Ort in Süd­tu­ne­si­en, wie die Land­wirt­schaft in einer Regi­on, in der es zwei Jah­re nicht gereg­net hat, von Stark­re­gen final geschä­digt wird. So ent­steht Klimaflucht.

Wir als Geograph*innen sehen es als unse­re Auf­ga­be an, über die Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se nah am Gesche­hen und so authen­tisch wie mög­lich zu berich­ten. Das schafft mehr Akzep­tanz für wei­ter­ge­hen­de poli­ti­sche Programme.

DVAG-Arbeits­grup­pe „Kli­ma­kri­se, Dis­kri­mi­nie­rung und glo­ba­le Gerechtigkeit“

Klimakrisen-Tagebuch #1

Kli­ma­ge­rech­tig­keit auf der 28. UN-Kli­ma­kon­fe­renz (COP 28) in Dubai?

Am 30.11.23 beginnt der 28. Kli­ma­gip­fel in Dubai. Die DVAG-Arbeits­grup­pe „Kli­ma­kri­se, Dis­kri­mi­nie­rung und glo­ba­le Gerech­tig­keit“ ver­folgt hier­bei ins­be­son­de­re den Aspekt der gerech­ten Klimafinanzierung:

Laut dem „Adap­t­ati­on Gap Report 2022 Too litt­le, too slow“ des UN-Umwelt­pro­gramms benö­ti­gen die Ent­wick­lungs­län­der der­zeit über 70 Mrd. $ pro Jahr, um sich an den Kli­ma­wan­del anpas­sen zu kön­nen, aller­dings flos­sen 2020 nur rd. 30 Mrd. $ von­sei­ten der Haupt­ver­ur­sa­cher, den Indus­trie­län­dern; da die Kli­ma­ex­tre­me schnel­ler zuneh­men als die zuge­sag­ten Mit­tel, öff­net sich die Sche­re wei­ter. Der Kli­ma-Anpas­sungs­in­dex, den „Brot für die Welt“ jüngst vor­ge­stellt hat, weist zudem auf die völ­lig unge­rech­te Ver­tei­lung der finan­zi­el­len Mit­tel zur Anpas­sung hin: Die 14 Staa­ten mit dem höchs­ten Kli­ma­ri­si­ko – allen vor­an Afgha­ni­stan, gefolgt von Süd­su­dan und wei­te­ren afri­ka­ni­schen Län­dern – sind zugleich die 14 am stärks­ten unter­fi­nan­zier­ten Staaten.

Bei den Ver­lus­ten und Schä­den infol­ge der Kli­ma­kri­se klafft eine noch viel kras­se­re Lücke: Sie betru­gen 2022 rund 300 Mrd. $, wäh­rend die Zusa­gen der Indus­trie­län­der für den neu gegrün­de­ten „Loss and Dama­ge“- Fonds bis­her erst im zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich liegen! 

Zur aktu­ell welt­weit geführ­ten Dis­kus­si­on um glo­ba­le Kli­ma­ge­rech­tig­keit hat­te die DVAG-Arbeits­grup­pe „Kli­ma­kri­se, Dis­kri­mi­nie­rung und glo­ba­le Gerech­tig­keit“ ein Posi­ti­ons­pa­pier erstellt, das von der Ver­bands-Web­site abge­ru­fen wer­den kann. Die Arbeits­grup­pe ist eine gemein­sa­me AG der bei­den DVAG-Arbeits­krei­se „Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit“ und „Umwelt, Kli­ma und Risi­ko“. Wir erwar­ten von der Bun­des­re­gie­rung und den ande­ren Indus­trie­staa­ten, dass sie als Haupt­ver­ur­sa­cher ihren fai­ren Anteil zur Kli­ma­fi­nan­zie­rung leis­ten. Wir wer­den die Ent­wick­lung auf der COP 28 ins­be­son­de­re zu den The­men „Anpas­sung“ und „Loss and Dama­ge“ wei­ter­ver­fol­gen und kom­mu­ni­zie­ren und laden alle dar­an inter­es­sier­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im DVAG ein, bei uns mitzumachen.

Rückblick AK-Treffen in Limburg am 24.03.2023

Unter dem Mot­to „Von der Ent­wick­lungs- zur Inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit“ traf sich am 24. März die­ses Jah­res der Arbeits­kreis „Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit“ in der Jugend­her­ber­ge Limburg/Lahn; digi­tal zuge­schal­tet waren die Kolleg*innen Manue­la Vosen und Caro­lin Wicke (live aus Kenia) aus dem AK „Umwelt, Kli­ma & Risi­ko“ sowie Dr. Mai­ke Dzio­m­ba von der Geschäfts­stel­le des DVAG und Ute C. Bau­er von der STANDORT-Redaktion.

Zu Beginn stell­te Mai­ke Dzio­m­ba die aktu­el­le Ver­bands­ar­beit kurz vor und über­brach­te bes­te Grü­ße des Vor­stands an per­sön­lich wie vir­tu­ell anwe­sen­de Arbeits­kreis­mit­glie­der für ihre wei­te­re erfolg­rei­che Arbeitskreisarbeit.

Schließ­lich wür­dig­ten alte Weg­ge­fähr­ten wie Car­men Man­der­feld und Chris­toph Win­kel­köt­ter , Dr. Robert Rieth­mül­ler und Burg­hard Rau­schel­bach das Enga­ge­ment von Dr. Andre­as Spaeth als Stu­di­en­kol­le­ge und Vor­sit­zen­der des DVAG sei­ner­zeit sowie das 20-jäh­ri­ge Enga­ge­ment von Dr. Spaeth zusam­men mit Ste­fan Bep­ler als Spre­cher des AK Entwicklungszusammenarbeit.

Nach einer kur­zen Debat­te zur Umbe­nen­nung des „AK Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit“ zum „AK Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit“ stell­ten sich die bei­den neu­en Spre­cher Ralf Wolff und Diet­mar Mir­kes vor und lei­te­ten über in die Dis­kus­si­on zur Jah­res­pla­nung 2023. Ein Kern­punkt dar­in ist die Fort­set­zung der Öffent­lich­keits­ar­beit um das DVAG-Posi­ti­ons­pa­pier „Mit glo­ba­ler Gerech­tig­keit gegen Kli­ma­kri­se und Dis­kri­mi­nie­rung“ in Form eines Arbeits­grup­pen-Tref­fens auf dem dies­jäh­ri­gen Deut­schen Kon­gress für Geo­gra­phie (DKG’23) vom 19. bis 23. Sep­tem­ber und von Fach- und Pra­xis­bei­trä­gen für den  STANDORT 1/2024 mit dem Schwer­punkt „Glo­ba­ler Süden“. Wei­te­re Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge zu den The­men „Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit“ und „Umwelt, Kli­ma, Risi­ko“ sind eben­falls willkommen.

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